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Ayiana

unregistriert

1

Dienstag, 2. Oktober 2012, 18:58

Freundschaft

So, das hier ist ja ein Quasselthread und da dachte ich mir, man könnte ja mal über was quatschen, was sicher schon vielen Kopfzerbrechen bereitet (hat). Bzw. ich werfe einfach mal ein Wort in den Raum und guck mir an, was ihr dazu schreibt und vielleicht finden sich ja noch weitere Themen, über die man etwas sinnieren kann. Ich bin schon sehr gespannt was euch bezüglich dieses Wortes durch den Kopf geht ;-)


Freundschaft

Im Moment leben 7.081.981.979 Menschen auf der Welt.
Viele haben mit Sorgen zu kämpfen, mit Hunger, Armut, Hass, Trauer. Andere erleben die höchsten Momente des Lebens. Liebe, Hoffnung, Glück, Wohlstand und Freundschaft. Freundschaft ist ein überaus berühmtes Wort. Etwas, wonach sich jeder einzelne Mensch sehnt, denn Freunde geben uns den Halt und die Sicherheit, schenken Mut, können Wärme spenden und sind auch in dunklen Zeiten bei uns, ohne ihren persönlichen Vorteil zu bedenken.
Es geht um das Leben und um das, was wir daraus machen.

Was macht unsere Zeit hier aus?
Liebe – das Grundbedürfnis eines Menschen. Etwas, das uns berührt und uns hält und trägt?
Freundschaft – die wir brauchen um Halt zu finden in einer Welt, die so verwirrend ist und so voller Chaos?
Zeit – Zeit die wir nicht haben, die wir uns nicht nehmen können, weil unser Alltag geprägt von Ritualen, Regeln und Pflichten ist?
Was ist es, das uns wirklich trägt und uns im Leben weiter führen wird.

Im Moment beschäftige ich mich mit der Freundschaft.
Was ist das?
Brauchen wir wirklich Freundschaft?
Ganz ehrlich?

Freundschaft.

Was es mit uns macht. Es heißt, wir brauchen Freundschaft und Liebe im Leben. Was ist wenn nicht? Wenn Freundschaft das ist was uns schadet. Wenn Unverständnis dafür sorgt, dass sich das Leben verändert und Dinge über einen hereinstürzen, die wir einfach nicht gebrauchen können?

Freundschaft.

Wen will man an seiner Seite haben, wenn das Leben zum Chaos wird, wenn der Stress überhandnimmt und droht dich hinab zu drücken? Wem schenkst du Vertrauen, wenn du doch nicht weißt, wie die Person handelt? Die Erfahrung macht einen klug? Gibt es nicht Erfahrungen auf die jeder Mensch getrost verzichten kann?
Es ist immer etwas Schweres Entscheidungen zu treffen, vor allem, wenn du jemanden brauchst, der dir den Rücken stärkt, von dem du aber nicht weißt, ob du auf ihn zählen kannst. Woher weiß man, ob Vertrauen gerechtfertigt ist?

Freundschaft.
Wir alle brauchen jemanden, der aufpasst, wenn man strauchelt und fällt und einem in Augenblicken die Kraft gibt, sich den Ängsten zu stellen! Wie heißt es noch so schön? Das Leben ist kein Ponyhof. Aber muss man denn immer alles auf die harte Tour lernen? Kann nicht auch eine Erfahrung aus bleiben.
Wieso ist es so schwer geworden aufrichtig zu sein und zu seinen Fehler zu stehen, anstatt sich hinter der Fehlbarkeit zu verstecken. Ich glaube das ist das Problem, dass viele Menschen haben. Sie haben Angst. Schicken andere vor und schaffen es nicht für ihre Belange zu kämpfen. Und dann natürlich auch nicht für die Bedürfnisse eines Freundes.

Freundschaft.
Wir sehnen uns nach Freunden. Aber nicht nach solchen, die uns nur in Krisenzeiten brauchen. Wir brauchen keine Freundschaft.
Was wir brauchen sind Menschen, die unserer Seele gut tun…



Sei gut zu dir.
Vertraue Menschen, die Vertrauen verdient haben.
Kämpfe für das, was du liebst.
Lebe. Für dich. Nicht für andere.
Schade keinem anderen Wesen.
Lasse anderen immer die nötige Würde.
Stehe für dich ein.

Finde jene Menschen, die deine Seele erwecken und dich tragen und löse dich von jenen, die dir nicht gut tun, denn du hast nur dieses eine Leben um glücklich zu sein und nicht um dafür zu sorgen, dass es anderen gut geht, solange du leidest.
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Annelien

Administrator

Registrierungsdatum: 21. Juni 2012

Beiträge: 1 009

2

Dienstag, 2. Oktober 2012, 19:23

[sad] das ist... wunderschön geschrieben... [sad]
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jasminmk

unregistriert

3

Dienstag, 2. Oktober 2012, 19:38

einmal ein ganz großes WOW!

tja Freundschaft [para] ist so ne sache! für mich ist sie extrem wichtig
da ich seit 3 jahren von meiner heimat nach wien gezogen bin
und das nur wegen der Arbeit!

meine beste freundin und ich telefonieren/simsen jeden zweiten/dritten tag!
und einmal im monat fahre ich mit dem Zug nachhause!

Meine freundin und ich kennen uns jetzt 21 Jahre und bis jetzt konnte ich
immer auf sie zählen. leider finde ich auch schwer "richtige" freunde denn
ich auch vertrauen kann. es muss die chemie stimmen und dann muss
man vertrauen aufbauen, wie bei einer pflanze! die aus ihrem samen
zu einer blume wird - mit liebe und Geduld!


[blume]
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  • Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jasminmk« (2. Oktober 2012, 20:43)

Fofinha

Allzeit Bereit

Registrierungsdatum: 24. Juni 2012

Beiträge: 2 757

4

Dienstag, 2. Oktober 2012, 20:34

du hast mit so vielem recht ayiana!
ich finde es auch schlimm, wenn "freunde" einen nur als kummer kasten missbrauchen. Natürlich muss man gerade in schweren zeiten füreinander da sein, aber das muss in beide richtungen gehen, deswegen finde ich einen der wichtigsten Punkte bei einer Freundschaft Verlässlichkeit...es geht nicht ums pünktlich sein oder etwas bis zu einem bestimmten zeitpunkt geschafft zu haben...sondern, dass man sich auf seinen freund verlassen kann!
Schön dass du diese GEdanken mit uns geteilt hast! [TY]
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Nanaki

unregistriert

5

Dienstag, 2. Oktober 2012, 21:01

Das ist wirklich wirklich gut geschrieben!
Und es spricht glaube ich vielen Menschen aus der Seele! Du hast mit vielem so recht!
Ich war jahrelang der Kummerkasten für viele Leute und habe ihnen geholfen, doch in dem Moment, indem ich die Hilfe gebraucht hätte war keiner da.
Leider habe ich schon 2 Mal die Erfahrung machen müssen, dass vermeindliche Freunde keine waren und mich eigentlich nur zu ihren Zwecken ausgenutzt haben.
Doch ich habe auch Freunde, die mich aufgefangen haben, mit denen ich einfach Spaß haben kann und denen ich vertraue, die mir das zurück geben, was ich ihnen gebe, wenn auch oft in einer anderen Art und Weise.

In einem Gottesdienst, der bei uns gehalten wurde, ging es um das Thema Wort und Musik und der Pastor sprach unteranderem von Freundschaft. Viel hat er dazu nicht gesagt, aber er hat einen Text vorgelesen, den ich persönlich sehr sehr passend fand. Auch für Leute, die nicht an Gott oder die Bibel glauben.

Wußten Sie schon,
daß die Nähe eines Menschen
gesund machen, krank machen,
tot und lebendig machen kann ?

Wußten Sie schon,
daß die Nähe eines Menschen
gut machen, böse machen,
traurig und frohmachen kann ?

Wußten sie schon,
daß das Wegbleiben eines Menschen
sterben lassen kann,
daß das Kommen eines Menschen
wieder leben läßt ?

Wußten Sie schon,
daß die Stimme eines Menschen
einen anderen Menschen wieder aufhorchen läßt,
der für alle taub war ?

Wußten Sie schon,
daß das Wort oder das Tun eines Menschen
wieder sehend machen kann,
einen,
der für alles blind war,
der nichts mehr sah,
der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt
und in seinem Leben ?

Wußten Sie schon,
daß das Anhören eines Menschen Wunder wirkt,
daß das Wohlwollen Zinsen trägt,
daß ein Vorschuß an Vertrauen
hundertfach auf uns zurückkommt ?

Wußten sie schon,
daß tun mehr ist als reden ?


Wußten Sie das alles schon ?


(Wilhelm Willms)
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hexe2004

Profi-Hexe

Registrierungsdatum: 24. Juli 2012

Beiträge: 1 661

6

Dienstag, 2. Oktober 2012, 21:37

Was für ein tolles Thema Ayiana! [thanksmuch]
Ich bin ja hier schon eine alte Eule (hätte ja gern weise geschrieben, aber das tut man ja nicht :D ) und habe auch schon viele Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt.

Viele Menschen haben mich begleitet, manche intensiver, manche weniger, an viele erinnere ich mich gern, an andere mit Grummeln im Magen. Von sehr vielen habe ich Fotos, von anderen bleibende Erinnerungen im Kopf.
Trotzdem fällt es mir immer schwer, die Bezeichnung Freund / Freundin zu benutzen, denn mit diesem Wort verbinde ich einfach sehr und wahrscheinlich zu viel.

Gute und sehr gute Bekannte habe ich jede Menge. Aber mein einziger wirklicher und wahrer Freund ist mein Mann, mit dem ich inzwischen 34 Jahr zusammen und 31 Jahre verheiratet bin.

Einem Freund will ich alles erzählen können, ohne es an der nächsten Ecke von jemand anderem zu hören.
Ein Freund macht jeden Blödsinn mit.
Einen Freund muß ich auch nachts wecken dürfen, wenn es notwendig ist.
Ein Freund fragt nicht lange, sondern handelt, wenn es erforderlich ist.
Ein Freund hat auch mal Zeit, wenn er keine Zeit hat.
Ein Freund hört zu.
...
Ein Freund hat kein schlechtes Gewissen, das gleiche von mir zu erwarten und bekommt das auch von mir.

Ich weiß, meine Messlatte ist hoch, aber ich freue mich auch ehrlich über meine vielen guten Bekannten. ;)

Übrigens war vor vielen Jahren meine beste Freundin ein Mann ... aber das ist ein anderes Thema.

Jede Begegnung die unsere Seele berührt, hinterlässt in uns eine Spur, die niemals verweht.
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manati64

unregistriert

7

Dienstag, 2. Oktober 2012, 23:50

Wie Hexe, gehöre ich ja auch zu den "alten Eisen" hier in der Runde. Und über das Thema Freundschaft mache ich mir seit diversen Jahrzehnten Gedanken.
Was mir mein Leben bisher gezeigt hat;
es gibt Freundschaften die über viele Jahre sehr wichtig für mich waren. Und auf einmal waren sie vorbei. Ohne Grund sondern einfach, weil sie vorbei waren. Als mir das das 1.x passiert ist, war ich total geschockt. Aber mittlerweile weiß ich, dass zu bestimmten Lebensabschnitte auch besondere Leute gehören. Heute denke ich immer wieder an bestimmte Freunde in meinem Leben, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe. Aber man verändert sich auch und dann passt es halt nicht mehr. Und ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam eine tolle Zeit hatten (oh Gott, hört sich das komisch an, sorry)
Dann gibt es auch "Freunde", bei denen ich tierisch auf die Schnautze geflogen bin. Hab das gerade dieses Jahr aufs heftigste erlebt und bin immernoch entsetzt ...und auch verletzt. Aber die Neugier auf neue Menschen in meinem Leben lass ich mir nicht nehmen.
Und dann gibt es Freunde, die sind einfach schon immer da und werden es auch bleiben. Ich habe 4 Freunde, seit über 30 Jahren. 3 von ihnen sehe ich höchstens 2x im Jahr. Und trotzdem hab ich immer dieses Gefühl der Geborgenheit, wenn ich sie sehe. Mit allen 4 hab ich schon richtig dicken Krach gehabt, einschließlich über teilweise Jahre keinen Kontakt mehr haben. Und alle sind sie wieder da. Sie sind halt ein fester Bestandteil meines Lebens und werden es auch wohl immer bleiben.
Letztens wurde mein Vater 77 Jahre. Und auf einmal wurde mir bewusst, wie lange Freundschaften halten können. Es waren Freunde da, mit denen er über 60 teilweise 70 Jahre befreundet ist. Und sie haben einige Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt. Das fand ich sehr beeindruckend.
Oje, über dieses Thema könnte ich seitenweise schreiben. Damit will ich euch aber nicht quälen.
Was ich eigentlich sagen will.
Freunde vermitteln mir dieses Gefühl der Geborgenheit, wenn es mir so richtig scheiße geht ohne das ich ihnen davon erzählt habe. Aber man muss auch Dinge wegstecken können, wenn sie etwas tun, dass dir absolut missfällt...so wie sie es mit mir auch tun :)
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Various Vincent

Stimme aus dem Off

Registrierungsdatum: 27. September 2012

Beiträge: 107

8

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 21:15

Erstmal vorab..., unglaublich geschrieben [OMG] [OMG] [OMG] , du darfst dich mit Recht "Meister" nennen. [god job]
Freundschaft... ein interessantes Thema und ein starkes Wort!
Wie wir alle habe ich auch so einige Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und sie haben mir immer wieder gezeigt, das es eines der wenigen, wirklich wichtigen Dinge im Leben ist. Sie haben mir auch gezeigt, das man immer wieder ein Risiko eingehen muss um die wahre Freundschaft zu finden. Doch, selbst bei all den Enttäuschungen und Verletzungen, die man erleidet, sind es diese paar besonderen Menschen, die man dadurch findet, die jede Trauer und jeden Schmerz wert sind.

Freundschaft
In ihr kannst du sein wie du bist, ohne Scham und ohne Reue.
In ihr kannst du dich verlieren, ohne verloren zu sein.
Sie trägt dich, wenn deine Füße schwach sind.
Sie hält dich, wenn du nicht mehr stehen kannst.
Sie hört dich, selbst wenn du nicht mehr reden kannst.

Sie heilt dich, wenn du Schmerzen hast.
Sie zeigt dir den Weg, wenn du dich verirrt hast.
Sie spendet dir Zuversicht, wenn du die Hoffnung verloren hast.
Sie gibt, wenn du etwas brauchst und nimmt, wenn du etwas geben willst.
Sie beschützt dich, wenn du angreifbar bist.
Sie spendet Licht, wenn du im Dunkeln stehst.

Nichts kann es erreichen, nichts kann es in Frage stellen, nichts kann es zerstören,
wenn Sie ehrlich und wahrhaft ist.
Es gibt nur eine Macht, die stärker ist, doch kann diese nicht gedeihen, wenn es an Freundschaft fehlt.
Wenn die Liebe das wahre Glück auf Erden ist, so ist Freundschaft die wahre Freiheit!
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